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Lange Wartezeiten und steigende Preise: Wie wir bei Molemin die Inflation erleben

Lange Wartezeiten und steigende Preise: Wie wir bei Molemin die Inflation erleben | Blogartikel von Molemin

Die Nachrichten berichten fast täglich über steigende Inflationsraten und die politischen Massnahmen, die dagegen helfen sollen. Auch bei Molemin ist die Inflation an mehreren Stellen spürbar. Mehr dazu von Inhaberin Jana Colak. Ausserdem eine Schilderung aus Sicht eines Herstellers von uns. 

Von Inflation ist die Rede, wenn die Preise für Waren und Dienstleistungen langfristig steigen. Verbraucherinnen und Verbraucher bekommen dann weniger für ihr Geld. Wie viele andere Länder ist auch die Schweiz derzeit mit ungewöhnlich hohen Inflationsraten konfrontiert. Laut der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich waren die Preise in der Schweiz nach dem Beginn der COVID-​19-Pandemie im März 2020 zuerst rückläufig, aber ab Anfang 2021 und insbesondere ab Anfang 2022 sind sie deutlich angestiegen und im Sommer 2022 haben sie ihr bisheriges Hoch erreicht. In den letzten Monaten hat sich die Preisdynamik jedoch etwas abgeschwächt, berichtet KOF, mit einer Inflationsrate von 3% im Oktober 2022 (im August 3.5%). «Im Gegenzug ist aber zu beobachten, dass eine immer grössere Anzahl von Gütern von Preissteigerungen betroffen ist», schreibt das KOF.

Für alle merklich teurer geworden, sind Schuhe und Kleider. «Besonders Frauen müssen hier überdurchschnittlich tief ins Portemonnaie greifen», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn in einer Pressemitteilung Ende Oktober.

Laut des Konjunkturberichts des Schweizer Textilbranche Verbandes Swiss Textiles im Herbst 2022 liess die COVID-19-Krise Rohstoff-, Energie- und Transportpreise markant ansteigen. Obwohl etwas von der Bildfläche verschwunden, ist diese Krise noch nicht ausgestanden: «Der Ende April verhängte strikte Lockdown in Schanghai entfachte neue Lieferprobleme und erhöhte die Transportkosten weiter. Der Krieg in der Ukraine akzentuiert diesen Preisdruck», schreibt Swiss Textiles. Der neue Kostentreiber und damit auch die Verkaufspreise sind die rasant ansteigenden Energiepreise. «Bei den verarbeitenden Textil- und Bekleidungsunternehmen steigen die Verkaufspreiserwartungen kontinuierlich seit Juli 2020. Eine Beruhigung ist auch für die kommenden Monate nicht zu erwarten», schreibt Swiss Textiles.

Auch bei der deutschen Kinderkleidermarke loud + proud GmbH ist die Inflation spürbar. Die Produktionskosten für alle Produkte steigen, meint Ingo Hecking, Geschäftsführer der loud + proud GmbH. Das beginnt bei den Rohstoffen, die teilweise auch einer gewissen Spekulation unterliegen, geht über die Energiekosten bis hin zu Löhnen und Versandkosten. In einem breiten Markt lassen sich diese Kosten nicht komplett auf die Produktpreise umlegen, erklärt Ingo Hecking, und fügt an: «Es gibt auch Produkte, die im Moment so teuer wären, dass man sich von vorneherein gegen die Herstellung entscheidet.» Durch die Produktion ausschliesslich in Deutschland und Europa würden aber auch Vorteile entstehen. «Die Transportwege sind kurz und haben insofern einen geringeren Energiebedarf. Durch die Nähe der langjährigen Produktionspartner kann man ausserdem flexibler auf Marktgegebenheiten reagieren, weil der Vorlauf der Produktion nicht so gross ist», wie der loud + proud GmbH Geschäftsführer beschreibt. 

Nicht nur dieser Preisdruck ist bei Molemin spürbar, auch die oben beschriebenen Lieferschwierigkeiten machen sich bemerkbar: «Wir hören immer wieder von unseren Herstellern, dass die Beschaffung der Rohstoffware und Fertigstellung der Produkte viel, viel länger dauert. Ein Hersteller erzählte, dass er normalerweise maximal 2 Monate auf seine Stoffe wartet. Im Moment seien es aber gut und gerne 8 Monate, bis die Stoffe geliefert und die Produkte fertiggestellt werden können», erzählt Jana Colak, Inhaberin von Molemin. «Das heisst auch, dass man im Moment deutlich länger auf einige der bestellten Produkte warten muss und dass Lieferungen oftmals in mehreren Teillieferungen eintreffen. Konkret bedeutet das, dass von einem Produkt nicht immer alle Grössen in allen Farben vorrätig sind und erst in der nächsten Teillieferung die fehlenden Grössen geliefert werden», erklärt Jana Colak. «Auch die Preisgestaltung stellt uns vor Schwierigkeiten. Einkaufspreise werden höher. Wir müssen unsere Kosten decken können und möchten auf der anderen Seite möglichst den bisherigen Verkaufspreis halten.» 

Aber es gibt auch halbwegs gute Nachrichten: Comparis-Finanzexperte Kuhn sagt die Schweiz stemme sich nach wie vor erfolgreicher gegen eine massiv höhere Inflation als etwa in der Eurozone und in den USA. «Trotzdem drücken die hohen Kosten auch hierzulande zunehmend auf die Stimmung.» Auch bei Molemin spürt man die Veränderung im Kaufverhalten, wie Inhaberin Jana Colak berichtet: «Im Verkauf spüren wir schon, dass weniger los ist. Es geht, aber es ist schon weniger im Vergleich zum Vorjahr. Durch die Inflation ist es für alle etwas schwieriger geworden und alle müssen ein bisschen mehr auf ihre Ausgaben gucken.» 

Etwas Geduld, Durchhaltevermögen und Einfallsreichtum sind also gefragt. Wie bei Kindern immer wieder zu beobachten, ist die momentane Wirtschaftslage und hohe Inflation wohl nur eine Phase, die – so hoffen wir inständig – bald vorbeigeht.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei unseren Kundinnen und Kunden für die Treue und Unterstützung!

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