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Was ist eigentlich Wolle? Ein Glossar

Was ist eigentlich Wolle? Ein Glossar | Blogartikel von Molemin

Wolle ist nicht gleich Wolle. Bald schon verliert man sich in einem Begriffsdickicht an verschiedenen Wollarten, Herstellungsformen und Mischverhältnissen. Wir haben deshalb für euch ein kurzes Glossar der gängigsten Begriffe und Arten zusammengestellt. Ausserdem geben wir in einem weiteren Blog-Beitrag Tipps, wie du dein Kind warm halten kannst in der kalten Jahreszeit – tagsüber und nachts.

Back to the Basics: Als Wolle verstehen wir die tierische Naturfaser und weichen Haare des Tierfells, welche durch Scheren, Auskämmen oder -zupfen gewonnen wird und dann zu Garn versponnen wird. In unseren Breitengraden ist damit überwiegend das Schaf gemeint, aber Wolle wird auch von Alpakas, Lamas, Kamelen, Kaschmirziegen, Angoraziegen, Angorakaninchen, Vikunjas, Yaks, Guanakos, Kaschgoraziegen, Biber und Fischottern gewonnen.

Wolle ist, neben Leder und Fell, eines der ältesten Kleidungsmaterialien der Welt und hat viele wunderbare Eigenschaften: Sie wirkt wärmeisolierend, ist atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und wenig schmutzanfällig. Ausserdem ist sie Wasser abweisend, antibakteriell, elastisch und knitterfrei. Und wichtig für unseren Planeten: Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff.

Die Qualität der Wolle hängt unter anderem auch von der Rasse des Schafes ab und der Umwelt, in der es lebt. Die Wolle eines Merinoschafs unterscheidet sich zum Beispiel stark von derjenigen eines Islandschafes, das wesentlich tieferen Temperaturen ausgesetzt ist. Die Wollqualität ist abhängig von Feinheit, Kräuselung, Lufthaltigkeit, Farbe und Faserlänge. 

Einige der wichtigsten Begriffe zum Thema «Wolle» sind:

Schurwolle - Schurwolle wird durch das Scheren von lebenden Schafen gewonnen und enthält Lanolin, welches in den Talgdrüsen der Schafe produziert wird. Lanolin verleiht der Wollkleidung ihre wasserabweisende Wirkung. Die klassische Schafswolle filzt und kratzt leicht, aber hält angenehm warm. Wolle sollte nicht zu häufig gewaschen werden, da sie leicht verfilzt. Das muss sie zum Glück auch gar nicht: Die Schurwolle nimmt kaum Gerüche auf und ist äusserst schmutzabweisend.  

Merinowolle – Das Merinoschaf, welches dieser Wolle ihren Namen gibt, ist vorwiegend in Australien und Südafrika zu Hause. Die Merinowolle wärmt gut, ist wenig schmutzanfällig und knittert kaum. Sie kann ausserdem bis zu einem Drittel des eigenen Gewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass sich die Wolle selbst feucht anfühlt. Durch ihre glatte Struktur eignet sich die Merinowolle gut für Baby- und Kinderkleider.

Lammwolle - Lammwolle stammt von Schafen, die nicht älter als ein Jahr sind und zum ersten Mal geschoren werden. Diese besonders weiche und geschmeidige Wolle ist zwar nicht so robust wie normale Schurwolle, dafür aber weicher und feiner.

Alpakawolle - Alpakawolle wärmt im Winter und kühlt im Sommer und fühlt sich weich und edel an. Das Alpakahaar ist glatt, unempfindlich gegen Pilling (Knötchenbildung) und sehr langlebig. Alpakas sind südamerikanische Kleinkamele, die für die Wollproduktion jedes zweite Jahr geschoren werden. Alpakawolle ist weich, glänzend und ein wenig gekräuselt. Ausserdem ist sie strapazierfähiger und fünfmal wärmer als Schafwolle.

Kaschmirwolle – Kaschmir fühlt sich wunderbar weich und federleicht an, und hält dennoch an kalten Wintertagen optimal warm. Die Fasern der Kaschmirwolle nehmen Färbemittel gut auf, daher gibt es eine grosse Farbvielfalt bei dieser Wollart. Ausserdem verhindert die optisch sanfte Riffelung der Fasern extremes Verfilzen. Kaschmirwolle stammt von der Kaschmirziege, die heutzutage hauptsächlich von Züchtern in China, der Mongolei und Afghanistan gehalten wird. Zur Herstellung der Kaschmirwolle wird nur das feine Unterhaar der Ziege verwendet, die von Hand ausgelesen und ausgekämmt wird. Pro Jahr und Ziege werden nur etwa 100 Gramm gewonnen.

Angorawolle – Die Angorawolle stammt von den gleichnamigen Kaninchen, welche hauptsächlich in Europa und Asien gezüchtet werden. Die davon gewonnene Wolle wärmt optimal und kann Feuchtigkeit vom Körper aufnehmen und langsam nach aussen hin abgeben. Leider kann das Material schnell verfilzen. Ein Kaninchen gibt pro Jahr ca. 250 Gramm Fell ab. Bei manchen Kaninchen-Sorten wird das Fell "gepflückt", bei anderen muss es geschoren werden.

Wolle-Seide – Besonders für empfindliche Haut eignet sich die Mischung von 70% Merinoschurwolle und 30% Seide. Die Wolle spendet Wärme, die Seide sorgt für ein hautfreundliches Wohlgefühl. Sie eignet sich besonders gut für Babys und Kinder.

Wollfleece - Wollfleece wird aus den feinen Haaren der Wolle bzw. Merinowolle hergestellt. Dabei wird zunächst ein Wollfrottee gefertigt, bei dem dann die Maschen auf beiden Stoffseiten durch Aufschneiden und Bürsten aufgeraut werden. Dieses Material ist besonders anschmiegsam und weich und wirkt temperaturausgleichend.

Wollwalk – Auch Wollwalk entsteht aus dem Grundstoff Wollfrottee. Nach dem Stricken wird der Stoff gewaschen, und anschliessend mit Wasser und Wärme immer wieder gedrückt, gestaucht, gepresst und geknetet, d.h. einem Walkprozess unterzogen. Das Material wird durch diese Verarbeitung deutlich strapazierfähiger und robuster (als z.B. ein Wollfleece) und schützt optimal vor Wind und Nässe. Durch das Walken entstehen zahlreiche Luftkammern, die zur Speicherung der Körperwärme dienen. Walkkleidung vermag so sowohl hohe wie niedrige Temperaturen ausgleichen und eignet sich deshalb für den gesamten Winter. Gestrickter Walkstoff ist im Vergleich zu gewebtem Walkstoff dehnbarer und ist daher ideal für Babys und Kinder.

Wollfilz – Im Gegensatz zu Wollfleece und Wollwalk wird Filz nicht aus Garnen, sondern aus roher Wolle gewonnen. Die Wolle wird zuerst gekämmt und dann mit Wasser gewalkt. Um die Verwirrung komplett zu machen, wird diese Filzart oft auch Walkfilz genannt. Filz ist ein robuster, leichter Stoff, der angenehm warmhält. Der Stoff ist aber nicht sehr dehnbar und fühlt sich relativ steif und rau an.

Baumwolle - Bei der Baumwolle steht zwar Wolle dran, ist aber kein tierisches Produkt, wie die anderen Wollsorten. Baumwollsträucher wachsen im tropischen und subtropischen Klima. Die Baumwolle wird aus dem Samenhaar der Fruchtkapsel gewonnen. Sie ist hautfreundlich, schweissbeständig und angenehm glatt. Naturbaumwolltextilien sind antistatisch, widerstandsfähig, mottensicher und können bei hohen Temperaturen in der Waschmaschine gewaschen werden.

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Pflegetipp Wolle - Wollwäsche sollte sehr behutsam im Wollwaschgang in der Waschmaschine oder von Hand in lauwarmem Wasser gewaschen und gespült werden. Nicht wringen und nicht rubbeln, da die Wolle sonst verfilzt. Am besten informiert ihr euch beim jeweiligen Hersteller, schaut auf unserer Website unter «Pflegehinweis» oder direkt ins Etikett des Kleidungsstücks.

Weitere Vor- und Nachteile verschiedenster Materialien findest du auf unserer Webseite unter Materialkunde

Entdecke hier unsere Artikel aus Wolle.

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